Im Zeitalter von Digital-Editing könnte der Begriff Filmmontage nostalgische
Sehnsucht nach der Zelluloid-Ära hervorrufen, wäre mit Montage nicht bis heute
eine generelle Gestaltungsmöglichkeit des Films gemeint. Raue und abrupte
Schnitte beispielsweise, die sich nicht mehr an die Regeln des Coverage-Systems
und seines 180-Grad-Schemas halten, sind selbst im Mainstream Cinema kein
Hindernis mehr, Jump-Cuts und Match-Cuts gehören nicht nur bei MTV zum
Montagerepertoire. Das Buch behandelt die Praxis und die Prinzipien der
Filmmontage durch verschiedene Autoren und unter verschiedenen Ansätzen. In
Überblicks- und Schwerpunktartikeln werden Metier, Standards, Konventionen und
Prinzipien des Filmschnitts reflektiert und im geschichtlichen Zusammenhang
gesehen. Die praktische Anschauung und konkrete Erfahrung im Schneideraum kann
und will es jedoch nicht ersetzen. Ziel des von Hans Beller herausgegebenen
Handbuchs ist es, den Praxisorientierten die Theorie und den Theoretikern die
Praxis der Filmmontage zu vermitteln. Mit Beiträgen von Stefan Arnsten, Thomas
Balkenhol, Hans Beller, Christine N. Brinckmann, Oksana Bulgakowa, Jo Heim,
Ursula Höf, Andreas Köbner, Joachim Paech, Jan Marie Peters, Rudi Reinbold,
Gerhard Schumm, Hans J. Wulff.