Studienarbeit aus dem Jahr 2008 im Fachbereich Medien,
Kommunikationswissenschaft, Publizistik, einseitig bedruckt, Note: 1,3,
Hochschule für Bildende Künste Braunschweig (Institut für Medienforschung),
Veranstaltung: Seminar: Eine Geschichte unter Einfluss. Zur Entwicklung des US-
amerikanischen Films, 10 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch,
Abstract: Wenn man sich heutzutage einen Hollywood-Film anschaut, denkt man für
gewöhnlich nicht darüber nach, ob es Probleme gab ihn in die Kinos zu bringen.
Natürlich gibt es Ausnahmen, bei denen der Filmstart aus wirtschaftlichen oder
aktuellen, gesellschaftlichen bzw. politischen Gründen aufgeschoben wird. Auch
dass einzelne, kritische oder überflüssige Szenen herausgeschnitten werden, ist
den meisten Kinobesuchern bekannt. Doch im Allgemeinen wird es für
selbstverständlich gehalten, dass fertig produzierte Filme auch gezeigt werden.
Gewaltdarstellungen, Sex, Kriminalität, Ehebruch oder Alkoholkonsum sind nahezu
unzensiert auf der Leinwand zu sehen. Was nicht für Kinderaugen bestimmt ist,
wird mit entsprechenden Altersfreigaben belegt. Doch das war nicht immer so.
Die Geschichte des amerikanischen Films ist gekennzeichnet von Kämpfen um den
Einfluss auf das, was produziert und was gezeigt werden kann. Während es
anfangs darum ging das Kino als ein profitorientiertes Geschäft sowie seine
triviale Form der Unterhaltung im Blick zu behalten, entwickelte sich im Laufe
der Zeit eine Zensur, die darauf zielte, das enorm einflussreiche und in den
ersten 50 Jahren berühmtestes Massenmedium - den Film - zu kontrollieren (vgl.
Bernstein 2000, 1). Gegenstand dieser Referatsverschriftlichung auf Grundlage
eines Textes von Richard Maltby soll es sein, die Entwicklung von Zensur und
Selbstkontrolle in Zeiten der Studio-Ära zu erläutern und gleichzeitig deutlich
zu machen, wie sich beide Formen bedingen und beeinflussen. Dazu ist es nötig,
die verschiedenen politischen, gesellschaftlichen, kulturellen sowie religiösen
Einflüsse zu untersuchen, die spezielle Maßnahmen wie die Bildung von Behörden
sowie den Entwurf spezieller Kodizes erforderlich machten. Diese Richtlinien
waren zwar nicht gesetzlich verankert, wurden aber ab 1934 Pflicht und erst
1967 wieder abgeschafft. Was den Konflikt ebenso kennzeichnet ist die Tatsache,
dass das Medium Film erst 1948 vom Obersten Gerichtshof der USA als Bestandteil
der Presse betrachtet wurde, deren Freiheit durch das First Amendment
garantiert wird. Bis dato wurde der Film lediglich als eine Form der
Massenunterhaltung angesehen (Maltby 1998, 255). Aber auch nach diesem Urteil
hatte der Film noch lange Schwierigkeiten sich als staatlich geschütztes Medium
durchzusetzen.

