¿Wir wollen alle Tage sparen / und brauchen alle Tage mehr¿ ¿ ¿Die
Goldespforten sind verrammelt / Ein jeder kratzt und scharrt und sammelt, / Und
unsre Kassen bleiben leer.¿ Schon vor knapp 200 Jahren ahnt der deutsche
Weltenbürger Johann Wolfgang von Goethe, dass der Zeitstrudel des Reichtums und
der Schnelligkeit zur Selbstentfremdung und zum Chaos führen muss. Vornehmlich
der zweite Teil von Goethes ¿Faust¿ lässt sich auch als beklemmend aktuelles
Drama der modernen Ökonomie lesen, an dessen Ende der Turbokapitalist und
Projektemacher Faust mit Philemon und Baucis das kulturelle Erbe fast gänzlich
liquidiert. Hanns Zischler und Matthias Matussek im Gespräch über Goethe und
das Geld.