Die Arbeit untersucht einen praxisrelevanten Problemkreis des Erbrechts: die
Auslegung letztwilliger Verfügungen sowie deren Verhältnis zum Irrtumsrecht.
Beleuchtet wird - unter steter Bezugnahme auf bedeutende Grundsätze - das
gesamte Spektrum allgemeiner Testamentsauslegung, von der wörtlichen
Interpretation über die Beachtung äußerer Umstände, favor testamenti und
benigna interpretatio bis hin zur Andeutungstheorie und der Bedeutung der
Formvorschriften. Bei Vorliegen von Umständen, die der Testator bei Errichtung
seiner Verfügung nicht bedacht hat, erforscht die hypothetische Auslegung, wie
der Erblasser testiert hätte, wenn er diese Umstände bedacht hätte. Im
ebenfalls eingehend erläuterten Bereich des Irrtumsrechts behandelt der Autor
Univ.-Ass. Mag. Thomas Aigner ua verschiedene Irrtumsarten, die bedeutende
Frage nach der Wesentlichkeit des Irrtums und die aus den gewonnenen
Erkenntnissen resultierenden Folgen für Anfechtung und Anpassung. Schließlich
wird unter Beleuchtung praktischer Auswirkungen die spannende Frage nach dem
tatsächlichen Unterschied zwischen hypothetischer Auslegung und
Irrtumsanfechtung bzw Irrtumsanpassung beantwortet.