Entscheidungen, egal ob bewusst oder unbewusst, bilden die Grundlage
organisationalen Handelns. Dies gilt für Kulturbetriebe ebenso wie für jedes
andere Unternehmen, wurde jedoch bisher in der Forschung zum Kulturmanagement
wenig berücksichtigt. Diese Arbeit liefert einen beispielhaften Ansatz zur
Untersuchung des Themas, indem es speziell die Entscheidungsfindung zur
Spielplangestaltung am Theater betrachtet: - Welche Anforderungen sind bei der
Spielplangestaltung zu berücksichtigen und wie wird in der Entscheidungsfindung
mit konkurrierenden Zielsetzungen umgegangen? - Wie wirkt sich die
Organisationsstruktur auf die Entscheidungsfindung aus? - Wie werden die
Erwartungshaltungen und Reaktionen der Umwelt in die Entscheidungsfindung
integriert? - Wie lassen sich Aufbau und Ablauf der Entscheidungsfindung
allgemein in einem Modell beschreiben? Die Arbeit betrachtet diese Fragen aus
organisationstheoretischer Sicht und erörtert, inwiefern sich klassische
Ansåtze auf die Untersuchung von Kulturbetrieben übertragen lassen. Auf
Grundlage der neoinstitutionalistischen Organisationstheorie, des
Entscheidungs-Modells von Cohen, March und Olsen sowie der
Organisationskonfigurationen nach Henry Mintzberg wird ein Modell der
Entscheidungsfindung für die Spielplangestaltung am Theater entwickelt. Anhand
einer empirischen Studie an vier deutschen Theatern wird das Modell überprüft
und insbesondere auf die Rolle des Intendanten eingegangen und die
Notwendigkeit der Interaktion mit dem Publikum als wichtigster Zielgruppe der
Theater diskutiert.